Mütter der neuen Zeit

Beitragsbild: Buchbesprechun

Buchbesprechung von Gertrud Martin in der fh 4/2020

Sabine Mänken (Hrsg.): Mütter der neuen Zeit – Wir plädieren für eine kindgerechte Entwicklung
Verlag Neue Erde, Saarbrücken | 240 S., 22,00 € | ISBN 978-3-89060-778-8

In diesem Buch berichten 21 Frauen wie sie in ihr Mutterleben hineinwachsen und wie sie mehr und mehr darin aufgehen. Offenbar stellen sie eine gewisse Auslese dar, die mit eigensinniger Überzeugung standhält gegenüber den Herausforderungen der aktuellen „Familien“politik, die durch massive Subventionierung der Fremdbetreuung schon die Kleinsten in die Krippe schickt, um ihre Mütter freizustellen für den Erwerbsarbeitsmarkt. Mehrere der Autorinnen sind gelernte Erzieherinnen und beschreiben ihre verstörenden Erfahrungen, die sie gerade in der Arbeit mit U3-Kindern machen mussten. Ihr Fazit: „Es geht nicht! Auch durch noch so viel ›Qualität‹ ist in diesem Alter die intensive Bindung an die Eltern nicht ohne meist bleibenden Schaden für das Kind ersetzbar!“ Zwischen die Berichte eingestreut sind 21 Stellungnahmen verschiedenster Expert*innen zu den angerissenen Themen.

Bei manchen der Texte beschleicht einen allerdings das Gefühl, es könne auch mit der Mutterliebe des Guten zu viel getan werden, weniger in dem Bestreben, den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden, als vielmehr indem das „Mutterglück“ glorifiziert wird. Da scheint dann manches in Schieflage zu geraten, zu Lasten der Kinder. In dieser frühen Zeit lernen sie viel und schnell und können sicherlich in Ansätzen erspüren, ob ihre Bedürfnisse von „Ansprüchen“ unterschieden werden. Dabei gilt es, die richtige Balance zu finden.

Offen bleibt die Frage, wie es den Vätern in diesen mutter-/kindzentrierten Konstellationen geht. Nur manchmal wird am Rande vermerkt, dass eine Partnerschaft gescheitert sei. Waren sie das „fünfte Rad am Wagen“?

Das Buch ist ein passendes Geschenk zur Geburt eines Kindes für seine Mutter, um sie mit ihrer neuen Situation vertraut zu machen und ihren Willen zur Eigenverantwortlichkeit zu stärken. Zu wünschen wäre, dass gerade diese Frauen auch mit kritischem Blick die aktuelle Frauen-, Gleichstellungs- und Familienpolitik mit ihrer Geringschätzung der „Mutterrolle“ im Auge behalten und sich dagegen wehren.

 

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