TERRE DES FEMMES fordert konsequente Haltung des Evangelischen Kirchentages gegen Ausbeutung von Zwangsprostituierten

Tübingen, 11. März. TERRE DES FEMMES begrüßt die
zahlreichen Proteste gegen den öffentlichen
Auftritt von Fernsehmoderator Michel Friedman
beim Evangelischen Kirchentag in Hannover Ende
Mai. Es ist für uns nicht nachzuvollziehen, dass
Michel Friedman dem Kirchentagskomitee geeignet
schien, als Redner und Gast des Kirchentages
eingeladen zu werden.
TERRE DES FEMMES fordert,
dass von der Evangelischen Kirche auch in ihrer
politischen Praxis eindeutig Position bezogen und
konsequent vorgegangen wird: wer Kunde von
Menschenhändlern ist und hilflose und versklavte
Frauen sexuell ausbeutet, begeht Unrecht.

Als bekannt wurde, dass der Fernsehmoderator
Michel Friedman ukrainische Zwangsprostituierte
missbraucht hat, wandte sich TERRE DES FEMMES in
einem offenen Brief an ihn. Michel Friedman wurde
dazu aufgefordert, Verantwortung für seine Taten
zu übernehmen und sich mit den betroffenen Frauen
zu solidarisieren. Er sollte sich mit Nachdruck
gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel
aussprechen und aktiver Unterstützer bzw.
Schirmherr unserer Kampagne "Männer setzen
Zeichen" werden.

TERRE DES FEMMES-Fachfrau Juliane von Krause
verdeutlicht: "Wir haben ihn aufgefordert, sich
zum Sprachrohr der Betroffenen zu machen und ein
Bleiberecht für Opfer von Frauenhandel zu
fordern. Aber Herr Friedman hat auf diesen Brief
von TERRE DES FEMMES nicht geantwortet." Er hat
nie eindeutig zu seiner Verantwortung für seinen
Missbrauch versklavter Frauen Stellung bezogen.
Er hat nie aktiv einen Beitrag zur
Wiedergutmachung geleistet.

Ebenso hat er bisher geleugnet, gewusst zu haben,
dass die Frauen Zwangsprostituierte waren. Es
erstaunt, dass gerade der für seinen kritischen
Verstand bekannte Michel Friedman in dieser
Situation nicht in der Lage war, logische
Schlussfolgerungen zu ziehen. Die betroffenen
Frauen sprachen kein Deutsch. Sie gaben vor
Gericht an, sie hätten sich gewehrt und geschrien.

Mehr als 50% aller Frauen, die in Deutschland in
der Prostitution arbeiten, sind nicht-deutscher
Herkunft, 80% von ihnen kommen aus Osteuropa.
Sehr viele werden durch ein System von
Menschenhändlern versklavt, die die Frauen unter
falschen Versprechungen nach Deutschland
schleusen und hier zur Prostitution zwingen. Herr
Friedman war Kunde solcher Menschenhändler und
erst durch die Nachfrage der Kunden floriert das
Geschäft dieser Kriminellen.

Ganz aktuell präsentiert TERRE DES FEMMES die
Ausstellung "Ohne Glanz und Glamour –
Prostitution und Frauenhandel im Zeitalter der
Globalisierung", die in Zusammenarbeit mit der
Tübinger Kunsthalle vom 11. März bis 22. Mai 2005
im Pavillon der Kunsthalle Tübingen zu sehen sein
wird.

weitere Infos unter: www.frauenrechte.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Ich habe die Datenschutzbedingungen gelesen und akzeptiere sie.