Mütter aus aller Welt treffen sich in Paris – Ausgabe 2006/3

Ein Beitrag von Helga Vetter

Im Mai fand die Jahresmitgliederversammlung von MMM (Mouvement Mondial des Mères) in Paris statt.
MMM arbeitet in 36 Ländern auf drei Ebenen, um die Lebensbedingungen der Mütter und ihrer Kinder zu verbessern. Auf örtlicher und nationaler Ebene geht es um konkrete Situationen vor Ort oder im betreffenden Land. Auf internationaler Ebene gibt es ständige Kontakte zur UN in New York, Paris, Wien und Genf und zur EU-Kommission und zum EU-Parlament. Anliegen ist es, gut arbeitende Netzwerke zu schaffen, um den EntscheidungsträgerInnen Vorschläge machen zu können und in Gesprächen aufzuzeigen, welche Folgen politische Entscheidungen langfristig für das Leben der Menschen haben.

Die Präsidentin Jill Donnelly appellierte leidenschaftlich an die Delegierten, die modernen Kommunikationsmittel zu nutzen, weil nur noch mit ihnen ein zeitsparender und effektiver Informations-Austausch und eine dichte Vernetzung der verschiedenen Organisationen möglich ist. Die Bedeutung einer gut gemachten und gepflegten Website könne nicht hoch genug eingeschätzt werden.

In den Beiträgen der Delegierten zeigte sich die Vielfalt, in der Frauen ihr Leben als Mütter leben wollen oder müssen.

So berichtete die Abgesandte von MMM Mali über ihre Bemühungen, Geld für den Kauf von Getreidemühlen zu beschaffen, eine Frau erzählte von einer Müttergruppe in Peru, die an der Schule vor Ort Mittagessen kocht, damit alle Kinder eine warme Mahlzeit am Tag erhalten. Beeindruckend auch der
Film von MMM France, in dem die Arbeit Isabelle de Rambuteaus" und ihrer Frauengruppe vorgestellt wurde. Sie hatten in den Banlieues von Paris Gruppen gegründet, um mit den Müttern die durch Sprache, Religion, Hautfarbe und Herkunftsland errichteten Schranken zu überwinden.

Es gab eine Fülle von Beiträgen, einer befasste sich mit dem Handel mit weiblichen Eizellen von armen Frauen aus Osteuropa, die sich großen gesundheitlichen Risiken aussetzen, um etwas Geld zu verdienen.

Zwangsprostitution, auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, war ebenso ein Thema wie die Wichtigkeit, Frauen über die Möglichkeiten einer Schwangerschaftsverhütung und dem Schutz vor Aids zu unterrichten. Ebenso wurde die Notwendigkeit, auch die Männer in die Schulungen mit einzubeziehen, mit allen Schwierigkeiten, die es z.B. in den arabischen Ländern gibt, eingehend diskutiert.

Françoise de Bellefroid von MMM Europe sprach von ihren Kontakten mit Partner-Organisationen, die sich für eine Anerkennung der unbezahlten Arbeit einsetzen. Auch hier ist noch viel Information der Entscheidungsträger und Meinungsbildner notwendig. So ist die John-Hopkins-Universität von der UN beauftragt worden, eine Studie zur unbezahlten Arbeit zu verfassen – ausgenommen die Hausarbeit.

In diesem Jahr konnte ich die Arbeit unseres Verbandes vorstellen. Als ich an die Reihe kam, war die Redezeit allerdings schon auf drei Minuten beschränkt worden. Eine ganze Reihe der Delegierten konnte wegen Zeitmangels ihren Bericht gar nicht vortragen, das führte, verständlicherweise, zu Frust. Es war schade, dass die Zeit so knapp bemessen war und deswegen viele Frauen nicht über die Arbeit ihrer Organisationen berichten konnten. Auch hier wird in Zukunft das Internet eine wichtige Rolle beim Informationsaustausch spielen.

Die Abgesandten einigten sich darauf, dass MMM International sich vorrangig mit den Themen "Menschenhandel", "Zwangsprostitution" und "Sextourismus" befassen solle.

Die Delegierten wählten erneut Jill Donnelly (Großbritannien) zur Präsidentin, Afton Beutler (USA), Federica Gasparrini (Italien), Fatima Hassar (Marokko) und Anna Kovakova (Slowakien) zu Vizepräsidentinnen. Marie Liesse Mandula (Frankreich) löste Françoise Blin als Generalsekretärin ab.

Es ist ein weitgespannter Bogen von der Notwendigkeit, eine Getreidemühle zu besitzen, um sich den Lebensunterhalt zu sichern, bis zu den Forderungen unseres Verbandes nach einer Bezahlung von Familienarbeit und der Änderung des ehelichen Güterrechtes.

Faszinierend für mich ist die Verschiedenheit der Mitgliedsorganisationen und deren Vertreterinnen, und doch haben alle das gleiche Ziel: Das Wohlergehen und die Besserstellung der Mütter und ihrer Kinder.

Ich werde versuchen, den einen oder anderen Bericht in unserem Internet-Portal zu veröffentlichen. Wenn Sie sich zutrauen, Texte aus dem Französischen druckreif zu übersetzen, dann nehmen Sie doch bitte Kontakt mit mir auf.

www.mouvement-mondial-des-meres.org/

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