Buchempfehlung: Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!

Beitragsbild: Buchbesprechun

 

Flott, fast flapsig formulierend, zerlegt die Autorin „25 Bullshitsätze“, deren täglicher Gebrauch die Jahrtausende alte und weiterhin durch Patriarchat und Kapitalismus gestützte Unterdrückung der Frau verschleiere und relativiere. Sie plädiert nicht für die Gleichberechtigung der jeweiligen Andersartigkeit von Mann und Frau in der bezahlten Erwerbsarbeit sowie der unbezahlten Familienarbeit, indem diese finanziell ihrem Wert entsprechend finanziell honoriert würde, sondern fordert die 50:50-Gleichstellung in beiden Bereichen. Ihr größter Kritikpunkt ist es, dass die Vorbildfunktion der Mütter die Töchter und die Söhne – als künftige Unterdrücker – auf die dienende, selbstlose Mütterrolle programmiert. Leseprobe: „Es gibt Studien, die belegen, dass Frauen nicht gut Gehalt für sich verhandeln können. Aber: Sobald Frauen für jemand anderen das Gehalt verhandeln, sind sie spitze, weil sie sich dann nicht für sich selbst einsetzen sollen (was sie ja nie gelernt haben), sondern sich um andere kümmern (was sie sehr wohl gelernt haben) – in dem Fall darum, dass jemand mehr Gehalt bekommt. Und nun ersetzen wir „Geld verhandeln“ mit „Freizeit verhandeln“… Es folgt der Vergleich eines männlichen 8-stündigen Arbeitstages mit einem bis zu 17-stündigen Mutter-Arbeitstag inclusive Nachtbereitschaft und ohne Anspruch auf freies Wochenende und Urlaub. Der hier lesenden Mutter wird das Lamento manchmal zuviel, aber andererseits: Es ist viel Wahres dran. Nirgends ist jedoch die Rede von unseren kinderfreien Zeitgenoss/ innen, deren Alterssicherung selbstverständlich von unseren Kindern zu finanzieren ist.

Alexandra Zykunov

Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!

25 Bullshitsätze und wie wir sie endlich zerlegen Ullstein | 288 Seiten, 10,99 Euro | ISBN 978-3-548-06533-5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Ich habe die Datenschutzbedingungen gelesen und akzeptiere sie.