Kirchhof spricht sich für Wahlfreiheit von Eltern aus

Der ehemalige Verfassungsrichter und Kandidat der CDU für das Finanzministerium Paul Kirchhof spricht sich für die Berufstätigkeit von Müttern aus.

In einem ZEIT-Interview widerspricht er Behauptungen, dass er die Aufgaben von Frauen vor allem in den Bereichen Haushalt und Kindererziehung sehe. "Mein Familienbild können Sie aus Urteilen des Verfassungsgerichts lesen: Ich bin für Selbstbestimmung und Wahlfreiheit der Ehegatten, die Eltern geworden sind und ihre Rollen intern verteilen. Ob beide zu Hause sind oder nur einer, mit oder ohne Kinderfrau, das alles geht den Staat nichts an. Das Grundgesetz, Artikel 6, garantiert Ehe- und Familienfreiheit, aber auch die Berufsfreiheit. Die Menschen wollen diese Angebote gleichzeitig und gleichrangig annehmen."
Kirchhof ist geprägt von seinen Erfahrungen an der Heidelberger Universität: "In meinem Hörsaal habe ich mehr Juristinnen als Juristen, viele davon sind glänzend. Diese jungen Frauen wollen den Wechsel, den sie sich mit ihrem Studium hart erarbeitet haben, auch einlösen. Ich wäre traurig, wenn diese Frauen nicht erfolgreich wären im Juristenberuf."
Er ist auch für ein stärkeres Engagement von Vätern bei der Erziehung ihrer Kinder. Auch der eingetragenen Partnerschaft für Homosexuelle gewinnt der ehemalige Verfassungsrichter Positives ab: "Es ist grundsätzlich positiv, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, der Rest ist Privatsache. Ich möchte keinen Staatskommissar, der nachschaut, ob Tisch und Bett geteilt werden – oder auch wie und von wem."
Quelle: ots-Originaltext vom 7.9.2005

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