Hat Familie eine Zukunft? Bei einem „Weiter so“ hat sie das nicht

Headerbild Unsere Forderungen

Dazu äußert sich Dr. Johannes Resch vom Vorstand des Verband Familienarbeit e.V.: „Familie beruhte seit Jahrtausenden auf einem ungeschriebenen Generationenvertrag: Eltern versorgten ihre Kinder und wurden im Gegenzug selbst wieder von ihren Kindern versorgt, wenn sie alt oder krank wurden. Erst unsere Sozialgesetzgebung hat die Altersversorgung von der Sorge um die eigenen Kinder getrennt und die erwachsen gewordenen Kinder zur Versorgung aller Alten verpflichtet. Völlig neu dabei war, dass die Kinder jetzt auch die kinderlosen Alten mitversorgen müssen, die früher ihr eigenes Alter selbst zu finanzieren hatten, indem sie das für Kinder nicht benötigte Geld für diesen Zweck ansparen mussten.“

Der Verband Familienarbeit beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit den Folgen dieser Enteignung der durch Kindererziehung erarbeiteten Wertschöpfung für die Lebensfähigkeit der Familie. Grundsätzlich bekennt sich auch der Verband zu einer versicherungsrechtlichen Regelung der Altersversorgung und der besonders im Alter hohen Krankheitskosten. Schließlich konnte der früher geltende Vertrag zwischen Eltern und Kindern auch versagen, z. B. wenn Kinder vorzeitig starben oder erkrankten und so als soziale Sicherheit für alte Eltern ausfielen. Nach unserer Ansicht darf eine solche Regelung aber nicht zu einer Entsolidarisierung gegenüber den Eltern führen wie unser Sozialsystem.

Resch weiter: “Wenn um der sozialen Sicherheit willen die Altersversorgung gemeinsam geregelt wird, dann hat das auch für die Kosten der Kindererziehung zu gelten. Leider blieb das unbeachtet oder wurde nur in kläglichen Ansätzen erfüllt. Die Folge war eine zunehmende Familienarmut in einer sonst reicher werdenden Gesellschaft. Familie verlor dadurch seit Jahrzehnen immer mehr an Attraktivität, da der Eindruck entstand, soziale Sicherheit sei ohne Kinder möglich und werde allein durch Erwerbsarbeit erzielt. Das kann aber nur funktionieren, so lange Eltern dieses betrügerische System hinnehmen, unter dem auch die Kinder leiden. Inzwischen besteht eine trostlose Lage: Eltern werden in Vollerwerbsarbeit gedrängt und Kinder werden zur Last. Erwerbstätige werden durch Sozialabgaben überfordert. Trotzdem wird das Sozialsystem brüchiger. Immer mehr Familien scheitern an den geschaffenen Bedingungen.“

Wir fordern alle Eltern auf: Schließt euch unserem Verband an und setzt dieser Entwicklung ein „Kein Weiter so!“ entgegen! Wenn wir uns nicht wehren, gibt es keine Zukunft, weder für die Familien noch für die Gesellschaft überhaupt.

4 Kommentare zu “Hat Familie eine Zukunft? Bei einem „Weiter so“ hat sie das nicht

  1. Dorothea Böhm schreibt:

    Vielen Dank für die Pressemeldung! Ob wir jetzt schaffen werden, Eltern zu verdeutlichen, wie massiv sie ausgebeutet werden?
    Innerfamiliäre FürsorgeArbeit ist hochgradig “systemrelevant”, es ist höchste Zeit, sie wie jede andere wertvolle Arbeit mit einem angemessenen Finanzwert zu versehen, z.B. über eine – sowieso ursprünglich vorgesehene! – Kinderrente.

  2. van Lier schreibt:

    Lieber Dr. Resch. Eine zutreffende Analyse. Die Benachteiligung der Familie zugunsten anderer Lebensentwürfe ist gewollt. Das sollten wir nicht zulassen.
    Heute gilt: familienfreundlich ist, wo Familie immer weniger stattfindet!
    Die Matrix der vollen doppelten Arbeitszeit der Eltern ist längst unseren
    Kindern übergestülpt worden. Ganztages-Kita, Ganztages-Schulen und Horte sorgen für die traurigen Standard-Biographie einer ganzen Generation. Hier triumphiert Gleichheit vor Freiheit in einer Welt, die die ureigenste Verantwortung für die Erziehung an andere delegiert hat. Auch weil familiäre Erziehung weder gewollt noch unterstütz wird. Der vorsorgende Sozialstaat
    schafft den betreuten Bürger, der zuletzt in seine Einsamkeit entlassen wird.

  3. Johannes Resch schreibt:

    Lieber Herr van Lier, wer die Benachteiligung der Familie will, wird daran nichts ändern wollen. Tatsache ist aber, dass die Benachteiligung auch von Kräften auf den Weg gebracht wurde, die sich lauthals zum Wert der Familie bekennen. Ich erinnere nur an die Rentenreform 1957, die von der konservativen Regierung unter Adenauer zu verantworten ist, aber die Grundlage dafür legte, dass den Eltern die durch KIndererziehung erwirtschaftete Wertschöpfung entzogen und ohne Entschädigung vergesellschaftet wurde. Wenn Alterssicherung vergesellschaftet wird, hat das auch für die Kinderkosten zu geschehen. Andererseits hat Familie keine Perspektive, gleichgültig, ob das nun gewollt ist oder nicht.

  4. Ulrich Bonse schreibt:

    Die Erziehungsarbeit der klassischen Familie kann kein anderer leisten.
    Zurück zu ihr – weg mit den herumfeminisierenden Familienministerinnen, die alles andere tun als im guten Sinne prägend mit ihren Kindern Zeit zu verbringen, was sie sollten! Ulrich Bonse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Ich habe die Datenschutzbedingungen gelesen und akzeptiere sie.