Freie Wahl für freie Mütter! Beruf und Familie – alles zu seiner Zeit

Buchbesprechung von Ingeborg Dietsche

Ulrike Horn: Freie Wahl für freie Mütter! Beruf und Familie – alles zu seiner Zeit
Taschenbuch – 192 Seiten – Kreuz-Vlg., Stgt.
Erscheinungsdatum: 2002. ISBN: 378312090X. Preis: € 14,90

Der Logik dieses Buches kann sich niemand entziehen, außer diejenigen, die sich auf Grund ihrer ideologischen Scheuklappen weigern, es überhaupt zu lesen. Die Fakten sind bekannt.
Kinder sind die Basis der Gesellschaft – wenn keine da sind, heißt das eben: Heute keine Arbeitsplätze für diejenigen, die mit Kindern ihr Geld verdienen, morgen fehlen diese Kinder als Arbeitnehmer und übermorgen als potente Beitragszahler. Die Folge:

Ohne Kinder ist kein Staat zu machen! Jedoch, Familienpolitik wird nicht im Interesse von Eltern gemacht, ihre Kosten und Investitionen zur Förderung des Humankapitals müssen sie selbst tragen. Dies ist nicht fair und in Wirklichkeit noch viel schlimmer: Wer zuhause seine eigenen Kinder erzieht, opfert seine finanzielle Unabhängigkeit, seinen guten Ruf als engagierter, intelligenter und ehrgeiziger junger Mensch und hat weder Aussicht auf einen problemlosen Wiedereinstieg noch auf eine solide Alterssicherung.

Ulrike Horn bleibt bei der Situationsbeschreibung nicht stehen, sie stellt sich mutig und engagiert der Ausgrenzung von Familienfrauen entgegen. Diese Ausgrenzung von (zeitweise nicht erwerbstätigen) Müttern kommt nicht zuletzt von den konservativen Alt-Feministinnen, die sich einfach nicht vorstellen können, dass es eine „emanzipierte Hausfrau“ überhaupt geben könnte. Und Ulrike Horn findet Lösungen. Zuallererst beschreibt sie die selbstbewusste Mutter, die Grenzen zieht. Deren Auftreten bestimmt ihren Status. Sie selbst bestimmt, ob ihr Mann und ihre Kin-
der sie als Führungskraft oder als Haushaltshilfe wahrnehmen.

Den Kritikerinnen des Erziehungsgehalts setzt die Autorin ernstzunehmende Argumente entgegen. Sie nimmt die derzeit gängigen Feminismusströmungen unter die Lupe und kommt als Ergebnis zu einem „integrativen Feminismus“, der sich weder nur in Abgrenzung zum Mann definiert, noch sich dem Kult der ausschließlich weiblichen Sichtweise unterwirft, sondern die Lebensentwürfe von Frauen gleichwertig nebeneinander stehen lässt.

Als Resümee des Buches stellt Ulrike Horn fest, wo Frauen stehen, nämlich in der Mehrheit des Wählervolkes und in der damit verbundenen gemeinsamen Verantwortung. Im „Mütter-Manifest“ werden zehn politische Forderungen erhoben, um als Mütter und als Demokratinnen im Interesse unserer Kinder die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklung zu beeinflussen.

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