Familienbund kritisiert inkompetente Betreuungsdebatte

"überholtes" Familienmodell ist mit 80% klarer Marktführer – Unterstützung für alle Familienformen gefordert

München – Der Familienbund der Katholiken kritisiert die haarsträubende Ahnungslosigkeit über die Situation der Familien in der momentanen Betreuungsdebatte. Im Kleinkindalter ist die angeblich überholte familiäre Betreuung mit über 80% klarer Marktführer. Davon unabhängig verdienten alle Betreuungsformen Unterstützung.

Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter: "Es ist erschreckend, wie wenig die
neuen Freunde der Familienpolitik über Familien und Kinder wissen."

Die Erwerbstätigkeit deutscher Eltern, insbesondere der Mütter, hänge stark vom
Lebensalter des jüngsten Kindes ab. Solange das jüngste Kind unter 4 Jahren alt sei,
seien in Westdeutschland 15,2% der Mütter erwerbstätig. Weitere 2,3% wären es
gerne, können aber nicht, beispielsweise aus Mangel an Krippenplätzen. Hier sei
Handlungsbedarf.

Schroeter: "Demnach sind weniger als 20% der Mütter an Erwerbstätigkeit interessiert, solange sie Kleinkinder haben. Das sind nicht unsere Zahlen, sondern Zahlen aus dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung auf Basis des sozioökonomischen Panels".

Zudem zeigt sich, dass die breite Mehrheit der Mütter aus fester überzeugung in der Familienarbeit tätig ist. Nach Untersuchungen des Bamberger Staatsinstituts für Familienforschung begründen 75,2% der Mütter ihre Elternzeit mit dem Argument:
"Ich möchte ganz für das Kind da sein." Nur 7,4% geben an, sie seien mangels Betreuungsangebot zur Familienarbeit genötigt.

Schroeter: "Angesichts dieser Zahlen ist es gleichermaßen lächerlich wie respektlos,
die familiäre Kleinkindbetreuung für unmodern und überholt zu erklären. Wir erwarten von allen Mitbürgern, insbesondere den Politikerinnen und Politikern, Respekt vor der elterlichen Entscheidung über ihre Art der Kindererziehung – familiär oder außerfamiliär."

Der Familienbund fordert ein Erziehungsgehalt für alle Eltern. Damit sollen sie
wahlweise die enormen Kosten der außerfamiliären Betreuung oder die enormen Lohnausfälle infolge eigener Kindererziehung abdecken können.

Weitere Informationen: Landesvorsitzender Dr. Johannes Schroeter, Tel. 0171-5411761
Landesverband Bayern

Quelle für die Angaben zum Erwerbsverhalten:

www.diw.de/deutsch/produkte/publikationen/vierteljahrshefte/docs/papers/v_02_1_8.pdf

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