Wir mischen uns ein – aus der aktuellen Pressearbeit unseres Verbandes

Beitragsbild: Verbandslogo Eule

Zwei Überschriften in der Badischen Zeitung:
Erstmals wieder 3 Millionen Arbeitslose, BZ Sa. 30.8.2025, Titelseite
Zahl der Arbeitslosen sinkt wieder unter drei Millionen, BZ Mi. 1.10.2025, Titelseite

Sehr geehrte Frau Buchheim, Chefredakteurin, Sehr geehrter Herr Schröter, Chefredakteur,

wann endlich wird die Badische Zeitung ein Vorbild/eine Vorreiterin für korrekten Sprachgebrauch in den Medien? Bei den o.a. Titeln dürfte es sich doch um Erwerbslose handeln und nicht Arbeitslose, denn Eltern, besonders Mütter, mit kleinen Kindern und/oder Pflegende Angehörige sind niemals arbeitslos wie gerade Sie, Herr Schröter, als Vater von 3 kleinen Kindern täglich erleben dürften. Das Vaterland braucht eine Muttersprache. Irreführende, inkorrekte Ausdrucksweisen:

ARBEIT / ARBEITSLOSIGKEIT: Nicht-Unterscheidung zwischen bezahlter (Erwerbs-) und unbezahlter (Familien-)ARBEIT (siehe Anhang 1).

ANGLIZISMEN: sollten vermieden, zumindest nicht falsch gebraucht werden, wie z.B. Home Office, Public Viewing etc.

EHRENMORD: Was hat dieser unselige Begriff mit Ehre zu tun? Es ist Schwester- oder Tochter-MORD. Das türkische Wort Namos hat eine andere Bedeutung.

FEMIZID / FAMILIENDRAMA: (Mann bringt Frau und Kinder um) ist eine mögliche Vorbereitung zur Anklage auf Totschlag, die eine Strafe auf Bewährung möglich macht, während auf MORD lebenslänglich steht (ohne Bewährung). Merkwürdig ist auch, dass Männer die ihnen angeblich liebsten Menschen umbringen. Wenn Frauen umgekehrt töten, tun sie das i.d.R., weil ihnen so viel Leid angetan wurde, das sie nicht mehr aushalten können.

GENDERSprache: siehe dazu Anhang 2

HÄUSLICHE GEWALT: (nicht das Haus ist gewalttätig, sondern i.d.R. der Mann). Dieser aus dem englisch-amerikanischen eingedeutschte Begriff ist eine falsche Übersetzung und inkorrekte Verschleierung.

MILITÄRISCHER SPRACHGEBRAUCH: Bombenwetter usw.

Ein PÄDOPHILER MANN: ist kein Kinderfreund, sondern ein Pädokrimineller.

SEXUELLER MISSBRAUCH: ist ein Verbrechen und sollte als solches bezeichnet werden. Was ist das Gegenteil von Missbrauch? Gebrauch – auch nicht besser in diesem Zusammenhang.

SAMEN / SPERMA : Männliches Sperma ist kein Samen (siehe Anhang 3)

SELBSTMORD: ist kein MORD, sondern Suizid oder Selbsttötung. Auch im Strafrecht wird zwischen Mord und Totschlag unterschieden. S. Anhang 4

Sonderseiten HEIRAT: Hier wird über alle Äußerlichkeiten für die Feierlichkeiten berichtet. Aber nur ein einziges Mal (7.5.2012) gab es einen Hinweis auf das Eherecht. Die „Rechtsfolgen des JA-Wortes“ sind i.d.R. die größte Rechtsveränderung im Leben eines Menschen, ganz besonders für Frauen, wenn sie Mütter werden.

Hat Journalismus nicht die Aufgabe aufzuklären?
Thea Philipp-Schöllermann

 

„Die weibliche Perspektive ist wichtig“ Interview von Christiane Jacke und Tim Szent-Ivanyi am Mo. 29.9.2025 in der Badischen Zeitung POLITIK

Sehr geehrte Frau Bundesfamilienministerin Prien,

dieser Artikel strotz nur so von diskriminierenden Formulierungen wie: Vorurteile gegenüber arbeitenden Müttern; bei Frauen Möglichkeiten verbessern mehr zu arbeiten, wenn der KiGa um 15/16h schließt, wie sollen beide Eltern da Vollzeit arbeiten? usw.

Auf Ihrer Website “Elterngeld digital beantragen“ finde ich: Elterngeld unterstützt Eltern, die nach einer Geburt weniger oder gar nicht arbeiten.

Von einer Bundesfamilienministerin und ihrem Haus erwarte ich, dass sie mit dem Arbeitsbegriff korrekt umgehen kann und mit gutem Beispiel vorangeht!

Jede Mutter ist eine arbeitende Frau. Sie bleibt arbeiten (bei Kleinkindern oft rund um die Uhr) auch wenn sie zugunsten der Betreuung eigener Kinder keiner zusätzlichen Erwerbsarbeit nachgeht. Dies gilt natürlich auch für Väter, wenn sie denn Familienarbeit in Vollzeit übernehmen. Oder wofür werden Tagesmütter/-väter bzw. wird das Personal in Kinderbetreuungs-Einrichtungen bezahlt, wo ein Platz pro Kind und Monat viele hundert Euro kostet?

Wenn Familienarbeit keine Arbeit ist, gibt es auch keine Doppel- oder Mehrfachbelastung. Besonders diskriminierend ist, dass auch studierte Menschen offensichtlich nicht in der Lage sind, zwischen (unbezahlter) Arbeit und Erwerbsarbeit sprachlich korrekt zu unterscheiden. Sprache schafft Bewusstsein und umgekehrt: Bewusstsein verändert Sprache. Als Bundesministerin sind Sie Multiplikatorin und haben eine große Verantwortung für korrekten Sprachgebrauch.

Mit kritisch-konstruktiven, aber auch empörten Grüßen
Thea Philipp-Schöllermann

 

im Presseclub vom 7.9.2025 sprach Frau Löhr u. a. von der „verdammten“ Mütterrente. Diese Aussage kann ich nicht unwidersprochen hinnehmen und bitte Sie, den anhängen Brief an Frau Löhr weiterzugeben.

Guten Tag Frau Löhr,

Ihr Beitrag im sonntäglichen Presseclub enthielt u.a. den Ausspruch von der „verdammten“ Mütterrente, die Ihnen offensichtlich ein Dorn im Auge ist. Diese Einstellung zur rentenrechtlichen Anerkennung der Erziehungsarbeit hat mich sehr geärgert.

Begründung: Während das Bundesverfassungsgericht 1961 noch feststellte, dass die Rentenlücke durch Kindererziehung eine „selbstverschuldete Nichtleistung“ sei, korrigierte es ca. 30 Jahre später diese Einstellung. Es stellte fest, dass das Aufziehen von Kindern sehr wohl mit dem Rentensystem zu tun hat und trug dem Gesetzgeber auf, mit jedem Reformschritt die Leistung – überwiegend von Müttern erbracht – rentenrechtlich anzuerkennen. Das geschieht mit sog. Rentenpunkten. Für Geburten bis 1992 sind das aktuell 2.5 = 101,98 € und ab 1992 3 Punkte = 122,37 € monatlich. Der Rentenanspruch eines Abgeordneten nach einer Wahlperiode hingegen beträgt 1.122,72 €. Dafür müsste eine Mutter 11 bzw. 9 Kinder großziehen.

Durch die Zeit der Kindererziehung ist meine Rente ca. 800 € niedriger als bei durchgängiger Erwerbstätigkeit und meine Kinder zahlen überwiegend die Renten anderer. Dieser Betrag ist demnach nur ein kleiner Ausgleich für die Erziehungsarbeit und meinen ehrenamtlichen Einsatz in der kirchlichen und politischen Gemeinde.

Der Zusammenhang mit den allgemeinen Rentenzahlungen kann nicht ignoriert werden. Warum sonst haben Rentenexperten ob der derzeitigen niedrigen Geburtenrate Sorgenfalten auf der Stirn? Zudem verkennen Sie damit auch die Leistung Ihrer eigenen Mutter. Es würde mich interessieren, ob diese Ihre Einstellung teilt.

Es fällt auf, dass Sie nicht die Rentenbeiträge für Pflegearbeit kritisieren, die für die gesamte Pflegezeit gezahlt werden. Ebenso wenig nehmen Sie Anstoß an der Rente ab 63. Auch das Elterngeld, welches unterschiedlich hoch ist und nicht für die Erziehungsarbeit, sondern Schadenersatz für entgangenes Einkommen darstellt, wurde nicht beanstandet.

Ein Krippenplatz kostet derzeit ca. 1.200 € pro Monat und Kind, überwiegend aus Steuergeld gezahlt. Die ErzieherInnen in Krippen und Kitas bekommen Gehalt und erwerben damit Rentenansprüche. Das ist für Sie offensichtlich korrekt. Nur die Beiträge für Mütter über die Rente scheinen Ihrer Ansicht nach das System zu kippen. Von einer anerkannten Wirtschaftsjournalistin erwarte ich, dass sie den generativen Beitrag sieht und den tatsächlichen Zusammenhang herstellt.

Mich stimmt diese einseitige Sichtweise sehr nachdenklich.
Mit freundlichem Gruß
Wiltraud Beckenbach

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